Wenn der Betriebsprüfer „3 x klingelt“ – Verhaltensregeln bei einer Steuerprüfung

Der  Unternehmer kämpft so schon im täglichen Leben mit dem Finanzamt und der immer mehr wachsenden Bürokratie. Wenn aber eine Betriebsprüfung ansteht hört meistens der „Spaß“ auf. Daher sollte sich jeder Selbständige vor Beginn der Prüfung mit dem Ablauf und den Risiken einer solchen beschäftigen. Hier einige Tipps zur Vorbereitung:

Tipp 1: Der Prüfer ist nie Dein Freund

Auch wenn die Prüfung erst einmal harmonisch verläuft. Spätestens wenn der Prüfer  unendlich viele Nachweise und Unterlagen bzw. eine Steuernachforderung verlangt sowie eventuell aus der Betriebsprüfung heraus ein Steuerstrafverfahren eingeleitet weiß der Unternehmer: „Hätte ich mich doch besser auf die Prüfung vorbereitet!“ Dann ist es aber meistens zu spät.

Tipp 2: Wie erkenne ich, dass eine Betriebsprüfung bevorsteht

Sofern in den Steuerbescheiden der Vermerk nach § 164 der Abgabenordnung  „Der Bescheid steht unter dem Vorbehalt der Nachprüfung“ vermerkt ist deutet dies in vielen Fällen auf eine bevorstehende Betriebsprüfung hin. Denn dann kann der Fiskus im Falle einer vorgesehenen Steueränderung diese auch leichter in die Tat umsetzen und Bescheide verfahrensrechtlich ändern uns so zu seinem Geld kommen. 

Tipp 3:  Welche Kalenderjahre werden geprüft

Durch das eigene Abgabeverhalten kann der Prüfungszeitraum – in der Regel die letzten 3 Jahre wo Steuererklärungen abgegeben worden sind – beeinflusst werden. Dies kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass eine Abgabe durch einen Fristverlängerungsantrag hinausgezögert und somit die befürchtete bevorstehende Prüfung ohne dieses entsprechende Jahr zunächst durchgeführt wird.

Tipp 4:  Ort und Ansprechpartner der Prüfung

Die Prüfung kostet in der Regel Ihre Zeit und auch Ihre Nerven – wenn nicht sogar eine Steuernachzahlung. Daher kann es sinnvoll sein, das die Prüfung außerhalb Ihres Unternehmens stattfindet. Dies kann zum Beispiel bei einem Steuerberater sein. Dies hat den Vorteil, dass Sie Ihrem Tagesgeschäft nachgehen können. Aber auch „scheinbar“ harmlose Fragen des Prüfers werden so von Ihnen bzw. Ihrem Mitarbeitern abgeblockt. Denn jede Frage des Prüfers hat einen tieferen Sinn. In dem meisten Fällen zum Vorteil des Finanzamtes. Und Sie bzw. Ihre Mitarbeiter sind diesen Fragen in der Regel nicht gewachsen.

Tipp 5: Vorbereitung der Prüfungsunterlagen

In der Regel sollte schon bei Erstellung der Buchhaltung diese auf eine mögliche Betriebsprüfung vorbereitet werden. Vollständig und geordnet sollte diese sein und den  gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Alle nicht zur Buchhaltung gehörenden Schmierzettel immer direkt entfernen. Spätestens vor Übergabe der Unterlagen an den Prüfer diese nochmals genau sichten.   

Tipp 6: Das „Kind“ ist in den Brunnen gefallen

Sofern während der Betriebsprüfung aus welchen Gründen auch immer ein Strafverfahren eröffnet wird  bitte keinen Ton mehr sagen. Dies ist wörtlich zu nehmen. Sofort einen Steuerberater oder Rechtsanwalt kontaktieren und mit ihm alles durchsprechen. Jede Äußerung gegenüber dem Finanzamt kann die Situation für Sie nur noch schlimmer machen.

 

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