Spezielle und wichtige Absicherung von Führungspersonen im Unternehmen

Gastbeitrag von Ursula M. Mayr, Mayr Finanzmanagement – www.mayr-finanz.de

Als Unternehmer oder Führungskraft nehmen Sie eine Schlüsselfunktion im Unternehmen ein. Wenn Ihnen aber plötzlichetwas Unvorhergesehenes – und zwar nicht immer gleich der schlimmste Fall, nämlich der Tod, sondern eine schwere Krankheit wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zustößt, kann das weitreichende Konsequenzen haben und sogar den Fortbestand des Unternehmens gefährden.

Leider kommt dies öfter vor, als man glaubt: Die Wahrscheinlichkeit, z.B. an einem Herzinfarkt zu erkranken, liegt bei einem 35-jährigen Mann bei 1:3.

Um für solche Fälle vorzusorgen, gibt es die sogenannte „Keyperson“ Absicherung:

Eine Keyperson Absicherung ist eine Versicherung, die ein Unternehmen auf das Leben (Todesfallschutz) und/oder den Gesundheitszustand (Absicherung gegen schwere Krankheiten) einer oder mehrerer wichtiger Schlüsselpersonen (Keyperson) abschließt. Das Unternehmen ist dabei Versicherungsnehmer, Beitragszahler und Bezugsberechtigter im Todes- und Erlebensfall.

Sinn der Keyperson Absicherung mithilfe der „Schweren Krankheiten Vorsorge“ ist es, das Unternehmen vor den finanziellen Folgen krankheitsbedingten Ausfalls eines wichtigen Mitarbeiters zu schützen.

Kosten können beispielsweise entstehen durch:
• Rekrutierung und Einstellung einer adäquaten Ersatzperson
• das Auffangen entgangener Aufträge
• das Aufrechterhalten des Geschäftsbetriebs und die Deckung der damit verbundenen, laufenden Kosten
• die Zahlung von möglichen Konventionalstrafen, weil z.B. Liefertermine nicht eingehalten werden können.

Im Ergebnis ist es also eine Art Betriebsunterbrechungsversicherung beim Ausfall einer Schlüsselperson durch eine schwere Krankheit.

Wie wird die Keyperson Absicherung steuerlich behandelt?

1) Versicherungsnehmer ist eine Kapitalgesellschaft

Die Beiträge für die Keyperson Absicherung sind als Betriebsausgaben abzugsfähig. Versicherte Person kann sowohl ein Arbeitnehmer als auch ein Vorstand einer AG oder ein Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH sein.

Der Anspruch des Unternehmens gegen die Versicherungsgesellschaft muss aktiviert werden. Die Höhe des zu aktivierenden Wertes bemisst sich nach der Höhe des Rückkaufwerts (Zeitwert der Versicherung).

Ein eventuell bestehender Rückkaufwert wird von dem Versicherer auf Anfrage mitgeteilt. Die fällige Versicherungsleistung ist für die Gesellschaft eine Betriebseinnahme, denn die Versicherungsbeiträge waren Betriebsausgaben und somit steuerlich relevant.

2) Versicherungsnehmer ist eine Personengesellschaft

a) Die versicherte Person ist ein Gesellschafter.

Die Versicherung wird dem Privatvermögen des Gesellschafters zugerechnet und daher auch steuerlich wie eine Versicherung im privaten Bereich behandelt. Von einer betrieblichen Veranlassung kann somit nicht ausgegangen werden.

Das bedeutet: Die Beiträge sind nicht als Betriebsausgaben abzugsfähig. Eventuell bestehende Rückkaufwerte müssen nicht aktiviert werden. Die Versicherungsleistung ist keine Betriebseinnahme.

b) Die versicherte Person ist ein „fremder Dritter“, z.B. ein Arbeitnehmer.

Hier entspricht die steuerliche Behandlung einer Keyperson Versicherungen entsprechend der einer Kapitalgesellschaft (siehe oben).

Die Beiträge sind somit als Betriebsausgaben abzugsfähig. Eventuell bestehende Rückkaufwerte sind aktivierungspflichtig. Die Versicherungsleistung stellt eine Betriebseinnahme dar.

Ist diese Art der Absicherung auch für Privatpersonen zu empfehlen?

Ganz eindeutig Ja. Zu den wichtigsten privaten Risikosituationen bei einer schweren Krankheit gehören

• die Absicherung der Familie, wenn der Hauptverdienerzeitweise oder ganz ausfällt und später vielleicht nur noch begrenzt arbeitsfähig ist.,

• die Absicherung eines Darlehens wie z. B. bei einer privaten Immobilienfinanzierung, das trotzdem weiter bedient werden muss sowie auch die eigene Absicherung für Singlehaushalte, um Kosten aufzufangen, die durch eine schwere Krankheit ausgelöst werden können, wie z. B. rollstuhlgerechtes Wohnen und um die spätere bereits angesparte Altersvorsorge nicht zu gefährden.

Die Versicherungsleistungen bei einer privaten Versicherung gegen schwere Krankheiten oder Tod sind steuerfrei.

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