Neueste Prüfungsmethoden der Finanzverwaltung in der Betriebsprüfung

In den letzten Jahren ist die Zahl der Schätzungsfälle im Rahmen von Betriebsprüfungen drastisch gestiegen. Die Qualität der Schätzungsverfahren der Finanzverwaltung hat sich durch den Einsatz von computergestützten Kalkulationsprogrammen (u.a. „Zeitreihenvergleich“ und „Chi-Quadrat-Test“) grundlegend verändert. Die Ergebnisse erreichen Dimensionen, die bisher nicht vorstellbar waren. Sie bedrohen vielfach die Existenz der Unternehmen. Ein Großteil dieser Prüfungen führt daneben zu Steuerstrafverfahren gegen die verantwortlichen Geschäftsführer oder Inhaber.

In der Zukunft ist mit einer weiteren Intensivierung der Betriebsprüfungen zu rechnen. Durch die Ausstattung der Betriebsprüfungsstellen mit modernen Personalcomputern und entsprechenden Kalkulationsprogrammen ist es der Finanzverwaltung heute möglich, Nachberechnungen in einem Umfang durchzuführen, der vor einigen Jahren noch nicht denkbar war. Damit erhalten selbst kleine Fehler in der Ordnungsmäßigkeit der Buchführung ein Gewicht, das ihnen bisher nicht beigemessen wurde.

Während man sich bis vor einigen Jahren vielfach damit zufrieden gab, moderate Sicherheitszuschläge vorzunehmen, wird nunmehr regelmäßig eine vollständige Nachkalkulation durchgeführt, die erfahrungsgemäß mit gravierenden Mehrergebnissen abschließt.

Es ist daher noch mehr als bisher Wert auf die formelle Ordnungsmäßigkeit der Buchführung zu legen. Zu denken ist nur an die meistens gemachten Fehler in der Kassenführung und der Registrierkassenabrechnung -Grundlage fast jeder Schätzung bei barintensiven Betrieben.

Weiter ist es jedoch auch erforderlich, mit den heute angewandten Kalkulationsmethoden vertraut zu sein und vorsorgend Unterlagen und Beweismaterial hinsichtlich der für diese Verfahren benötigten Basisdaten zu sammeln.

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