Der Steuerbescheid – das letzte Geheimnis

Krimis sind ja sehr beliebt – ob als Thriller auf den Bestsellerlisten oder als Blockbuster im Kino.

Und die Zahl der Krimiserien im Fernsehen, auf Amazon oder auf Netflix ist mittlerweile nicht mehr wirklich überschaubar – gerne auch im Original geschaut.

Wir lieben also Krimis…

Unser Staat macht aber mal wieder den Spielverderber.

Der Steuerbescheid soll „Bürgerfreundlicher“ werden. Er soll leichter lesbar sein. Und übersichtlicher. Und (Wahnsinn!) Deutsch.

Wo bleibt denn da die Spannung?

Wer möchte denn, dass der Delinquent gleich beim ersten Verhör ein umfassendes Geständnis ablegt?

Bisher hatte ein Steuerbescheid alles, was einen Krimi ausmacht: Eine obskure Behörde. Die Spannung, ob er kommt und wann er kommt. Ob er dann auch stimmt.

Unklare Aussagen, die sich auch oft widersprechen. Drohungen wie „Verspätungszuschläge“ oder „Zwangsgeld“.

Und es brauchte einen Spezialisten, der nicht nur die Sprache (Steurisch!), sondern auch in der Lage war, die Hintergründe, also den Sachverhalt, aufzuklären.

Demnächst steht dann wahrscheinlich „bürgerfreundlich“ nur noch da:

Teilen Sie uns bitte die Zahlungseingänge auf Ihrem Konto mit und überweisen Sie 70% an uns. Ich danke Ihnen, dass Sie an der Erreichung der schwarzen Null mitwirken, damit ich ruhigem Gewissens mein Bundesverdienstkreuz am Bande tragen kann.

Herzlichst Ihr Finanzminister

Wie langweilig ;-)

 

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Autor: Angela Hamatschek
Datum: Freitag, 4. August 2017 9:10
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Allgemein, Augenzwinkern

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