Kommunikation in der Krise

Veränderungsbereitschaft ist eine der wichtigsten Fähigkeiten in der Krise. Und die wichtigste Stellschraube dabei die Kommunikation. Man kann nicht Nicht-kommunizieren, sagen Fachleute. Daher lohnt es, sich über die unterschiedlichen Erfordernisse der Kommunikation mit Mitarbeitern, Mandanten, aber auch Partnern wie Banken, Lieferanten oder Kollegen zur rechten Zeit im klaren zu werden.

Als Unternehmer sind Sie es gewohnt: Ständig Neues! Klar: Unternehmer gehen mit Veränderungen anders um als Mitarbeiter oder die Familie.

Aber gerade stabile Geschäftsbeziehungen profitieren davon, dass kein Partner negativ überrascht wird. Und Mitarbeiter lieben meist überschaubare, klare Perspektiven. Und Banken belohnen planbares Verhalten mit guten Konditionen. Daher rechnet sich Kommunikation für alle, auch wenn sie zu harten Zeiten eine ganz besonders schwierige Investition zu sein scheint. Viele Gespräche unterbleiben, weil Dringenderes ansteht. Schade, finden wir: Damit reduzieren Sie die Chance, echte Veränderungen herbeizuführen.

Unser Tip:

  • Schöpfen Sie Kraft für Gespräche, die Ihnen schwierig scheinen.
  • Besorgen Sie sich fehlende Informationen
  • Schaffen Sie Freiraum für das Gespräch: Zeitlich und mental. Gehen Sie bei besonders schwierigen Themen an einen Ort außerhalb Ihres Betriebs
  • Halten Sie das Gespräch nach und legen Sie fest, welche Schritte folgen sollen.
  • Kommunizieren Sie wichtige Ergebnisse mit Ihrem Steuerberater.
  • Überprüfen Sie den Erfolg des Gesprächs und der Ergebnisse.

 

Gerade Mitarbeiter, die das Bekannte und Vertraute lieben, durchleben Veränderungen mehr oder weniger stark in den folgenden sechs Phasen:

Schock Ablehnung Widerstand Erforschung Zustimmung Identifikation

Sie erleichtern die Umsetzbarkeit der notwendigen Änderungen, wenn Sie sich klarmachen, wer Ihrer Mitarbeiter aktuell in welche Phase lebt.

Bewährt hat sich, mit den Mitarbeitern zu die nächsten Schritte zu besprechen und dabei zu sortieren, Gefühle zuzulassen aber auch sachlich Bilanz zu ziehen.

Wie gehen Sie mit Widerstand um?

Widerstand hat meist drei Ursachen:

  1. Die Hintergründe und Ziele wurden nicht verstanden
  2. Die Betroffenen haben verstanden, worum es geht, aber glauben an die Änderungen nicht.
  3. Die Motive wurden verstanden, aber Betroffene sehen den Vorteil für sich selbst nicht und können oder wollen daher nicht mitgehen.

Gegenüber Banken bewährt sich, dass Sie aktiv das Gespräch suchen – und das zu einem Zeitpunkt, an dem man die anstehenden Herausforderungen noch nicht dem Kontokorrent ansieht. Für ein sinnvolles Gespräch müssen Sie jedoch einige Unterlagen mitbringen. Immerhin ist üblicherweise das Ziel, Ihren Finanzierungspartner davon zu überzeugen, dass Sie die Krise in den Griff bekommen und selbst eine Vorstellung haben, wie die Liquidität in den nächsten Monaten wieder hergestellt werden soll. Dazu müssen Sie neben stimmigen und aktuellen Auswertungen meist auch Planrechnungen vorlegen. Unter Umständen lohnt es sogar, ein Konzept nach bestimmten Standards wie z.B. den IDW S6 vorzulegen. Sprechen Sie mit uns hierüber rechtzeitig. Wir haben Erfahrung mit Gutachten und Sanierungsplänen und können Sie effektiv bei der Vorbereitung und Durchführung der Bankgespräche unterstützen. Bei Bedarf ziehen wir spezialisierte Steuerberater wie die Fachberater für Sanierung und Insolvenzverwalter aus unserem Netzwerk hinzu.

Unser Tip:

Begegnen Sie Vorbehalten angemessen und individuell, indem Sie entweder

  • Informieren
  • Beteiligen, einbinden
  • Hilfestellung geben, trainieren, fortentwickeln
  • Verhandeln und überzeugen

Veränderungsprozesse brauchen Ressourcen. Überlegen Sie, ob Sie in diesen Prozess eine weitere Person einbinden wollen. Diese Person muss Ihr absolutes Vertrauen und auch das Vertrauen der Betroffenen genießen. Bauen Sie rechtzeitig eine solche Person auf, gewinnen Sie in Veränderungsprojekten wertvolle Zeit. Und Zeit spielt in jeder Krise eine überlebenswichtige Rolle.

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